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Verkehrsverein Entstehung

UNSER DORF

Enstehung des Verkehrsvereins aus: Erstfeld, Verkehrswege verändern ein Dorf - 1991-

Ortsinformationen


Verkehrsverein Erstfeld, Entstehung

Paul Jans- Käch

Als der Verkehrsverein am Januar 1927 mit dem Ziel einer «Wahrung und Förderung der Interessen Erstfelds» gegründet wurde, bestand auf kantonaler Stufe seit 1888 ein Verein für die Förderung des Fremdenverkehrs.

Auf Initiative der Tourismusinteressierten wurde bereits 1916 die «Einnehmerei» der Kantonalbank eröffnet. Die Kräfte des Verkehrsvereins wurden in den Anfangsjahren «intensiv» für die Staubbekämpfung auf den Strassen und die Unterstützung des Projektes zur Erstellung einer Talstrasse (1927) verwendet.

Ein Photowettbewerb von 1928 sollte zur Beschaffung von Propagandamaterial führen. 1929 erfolgte die Intervention zur Erstellung einer öffentlichen Telefon-Sprechstation beim Bahnhof, strassenseits, welche aber erst 1941 eröffnet wurde. Gemäss der kantonalen Automobilverordnung waren zur selben Zeit nur Gesellschaftswagen mit 23 Personen zulässig. Ein Projekt einer Badeanstalt, verbunden mit einer Eisbahn, tauchte auf.





Im Kampf zwischen den Anliegen der gemeinderätlichen Dorfverschönerungskommission und dem eigentlichen Vereinsziel wurde es schwierig, Anlagen zu Gunsten von Tourismus und Einheimischen zu erstellen. Die Pioniere des Verkehrsvereins waren aber Vorboten des heutigen Heimatschutzes. Sie setzten sich 1930 für eine Steinbrücke statt einer Eisenbrücke in Ripshausen ein, und im Bockitobel plädierten sie beim Bau des Kraftwerkes für einen Spazierweg zu den interessanten Wasserfällen und Steingebilden.

Im gleichen Jahr wurde auf Intervention der Verkehrsgewaltigen im Bärenboden, beim Schlammsammler am Ende der Schmiedgasse, eine elektrische Strassenlampe installiert, und seit 1931 tickt die beleuchtete Bahnhofuhr.

Neue Impulse für das einheimische Gastgewerbe brachten das 1934 erstmals durchgeführte Jagdmattschiessen sowie die Erstellung des Marktplatzes. Bis heute finden jährlich zweimal Vieh- und Warenmärkte statt. 150 Franken wurden für die Planierung des 650 Quadratmeter grossen Areals bei der Turnhalle, welches von den SBB gratis zur Verfügung gestellt wurde, aufgewendet, um im Winter 1934/35 eine Eisbahn zu betreiben. In 21 Betriebstagen konnten 400 Franken brutto erwirtschaftet werden. Dafür wurde das Wettschlitteln vom Terminkalender gestrichen.


In den kalten Wintern bis 1962 wurde das Eisfeld vom Verkehrsverein betrieben, ausser dem Jahr des Wassermangels (1940), während der Anbauschlacht im Zweiten Weltkrieg und beim Strommangel von 1946. Jeden Winter war es eine Attraktion. Obwohl zusammen mit den SBB und der Einwohnergemeinde 1929 grosse Anstrengungen für die Erstellung einer Verladerampe unternommen wurden, blieb es beim Werbespruch in kantonalen Prospekten von einer «internationalen Verladerarmpe». Der Verkehr richtete sich nach den Öffnungszeiten der Pässe, brachte wie heute viel Transitgäste, und die Aktivitäten des lokalen Verkehrsvereins kamen zum grössten Teil der einheimischen Bevölkerung zugute.





Der Bekanntheitsgrad der Gemeinde im Raume Zentralschweiz konnte auf Grund der verschiedenen Aktivitäten im sportlichen und kulturellen Rahmen gesteigert werden. Die Landeswallfahrt mit der Vorlandsgemeinde am Markustag, die Tagung der Grenzbesetzungsveteranen und der 1934 wieder aktivierte Markt gaben dem Gastgewerbe zusätzliche Impulse.

Seit 1971 betreibt der Kanton im Krump das kantonale Ausbildungszentrum des Zivilschutzes, weIches willkommene Einnahmen für das einheimische Gewerbe bringt. SBB und PTT mieteten sich jeweils in der Anlage ein, und mancher Bedienstete vom Kreis II der Bahn oder Post logierte in den Zivilschutzräumlichkeiten oder in den Hotels der Gemeinde.

Im
Ausland wurden die Interessen Erstfelds durch den kantonalen Verkehrsverein wahrgenommen. Mit Verschlussmarken und Postkarten versuchte man dem Manko eines eigenen Prospektes beizukommen. Bereits 1928 sprach man von einer Werbekarte oder -schrift. Doch die Krisenjahre und der Krieg liessen den Druck eines eigenen Prospektes verzögern. Als Vorläufer des heutigen Prospek-tes wurde 1974 zum erstenmal eine Hotelliste gedruckt. 1982 wurde der Prospekt realisiert. Dazu wurde ein Luft-, Sonne- und Schwimmbad Erstfeld mit Anlagekosten von 30500 Franken geplant. Dieses Projekt aus der Mitte der vierziger Jahre hätte sicher zur touristischen Attraktivität des Dorfes beigetragen.



Mit dem Aufkommen des Automobiles konnten nicht nur die ersten deutschen Gruppengäste begsst werden. Im Rynächt/Grossried entstand auch der erste Campingplatz. Ein zweiter wurde durch den Verkehrsverein beim Marktplatz geplant, jedoch nie realisiert. Seit dieser Zeit entwertet der Werbepoststempel die Postmarken von Erstfeld mit der Iagdrnattkapelle und dem Hinweis «Am Weg zum Gotthard». Er wurde durch den Verkehrsverein beschafft. Der anwachsende Verkehr von Touristen und Einheimischen brachte das bis heute ungeste Parkplatzproblem.




Der Verkehrsverein verlieh der 1.-August-Feier ab 1972 neue Impulse, nachdem ihm die Kurtaxen-Gelder zugeflossen sind. Der Terminkalender trägt ebenfalls die Handschrift der Tourismuskoordinatoren. Rund 70 Ruhebänke werden seit 1972 vom Verkehrsverein unterhalten, und 1986 konnte die Feuerstelle im Hinterwiler eröffnet werden. Nicht unwesentlich ist die Arbeit am Wanderwegnetz der Gemeinde, vom Instandstellen der Wege hin zu den Signalisationen und zur Markierung.

Die Schweiz als Insel zwischen den EG-Staaten, Uri als Herz der Schweiz am Tor zum Süden und Erstfeld mit seinen schönen Ausflugszielen werden, unabhängig von Transitachsen, ein Geheimtip fürTouristen aus aller Herren Länder bleiben.

E
cht gelebte Gastfreundschaft, die Freundlichkeit der Bewohner des Eisenbahnerdofes und europäischen Gedankengut mit der Sensibilität auf Lebens- und Wirtschaftsraum werden auch in Zukunft die Basis für einen begrenzten aber gesunden Tourismus bilden.

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