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Krönten

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Krönten
3108 m
Ortsinformationen

Der Name des Krönten

Er tönt eigenartig, der Name Krönten, jener 3000er Gipfel im Erstfeldertal mit seiner gleichnamigen SAC Hütte. Die Herkunft seines Namens liegt mehr als ein Jahrhundert zurück. Nach den Zeiten kriegerischer Ereignisse und wirtschaftlicher Depression erlebte Europa mit dem angehenden 19. Jahrhundert Aufbruchstimmung.

Auf der Suche nach Schönheit entdeckten die Künstler wieder das Ursprüngliche, das Alpenreisen wurde attraktiv und durch den Bau bekannter Grandhotel gesellschaftsfähig. Noch aber fehlten genaue Orientierungshilfen. So suchtenTopographen und Künstler nach bildhafter Veranschaulichung. Ein solcher Künstler, feinfühlig und klug, die Zeitbedürfnisse und das Glück seiner Begabung erfassend, war der aus Bielefeld stammende Deutsche, Friedrich Wilhelm Delkeskamp.

Im ersten Drittel des vorletzten Jahrhunderts durchstreifte der deutsche Kartenzeichner die Urschweiz. Er war dabei, sein „Malerisches Relief des klassischen Bodens der Schweiz” mit dem Blatt IV, enthaltend einen Teil des Engelberger Thals, den Surenen Pass, einen Theil des Reuss-Thals, das Erstfelder & das Mayen Thal im Ur Kanton Uri zu vollenden. Dabei skizzierte er auch im Erstfeldertal. Als Grundlagenmaterial stand ihm dabei der „Atlas Suisse“ zur Verügung, der zwischen 1796 bis 1802 entstand. Delkeskamp hatte erstklassige Verbindungen. Der Kupferstecher Franz Hegi, der Reiseschriftsteller Gottfied Ebel, die Kartenstecher Samuel Johann Scheuerund Heinrich Keller, ein Kleinmeister der Landkartenkunst, zählten zu seinem Freundeskreis. So entstand in den Jahren 1830 bis 1835 ein einzigartiges, topographisch-künstlerisches Bild der Urschweiz.

Grossartig gestaltet sind die alpinen Regionen zwischen Surenenpass und der Urirotstock, wie der Kartenmeister Eduard Imhof 1978 in seinem Faksimile begeistert festhält. Delkeskamp stand dafür auf mehr als 700 Standpunkten, oft bis zu 9500 Fuß über Meer. „Oft von Schnee und Eis umstarrt, oft von Nebelwolken eingehüllt oft von Regen überschüttet, stundenlang auf günstige Augenblicke wartend“. Alte, längst vergessene Namen kommen beim heutigen Krönten zum Vorschein,
wie der Name Grindlet.
Der Deutsche bezeichnete die auf dem Hautkamm aufliegende und noch unerstiegene Gipfelwohl nach Angaben von Einheimischen
Grindlet (Urner Mundart Grind - auf den Schultern aufliegender Grind).


Namesgebung
nach alten Karten und Beschreibungen

1830:
1839:
1843:
1871:
1875 :
1965


Grindlet
Grindlet oder Kröndlet
Gekrönter
Krönlet
Kröntlet
Krönten

rechts:
Emil Epp,
Bergführer und Hüttenwart der Kröntenhütte
1899- 1981

Homepage
Kröntenhütte
Ihre
Geschichte

Die erste Nennung Grindlet bezeichnet: auf den Schultern seiner Grate aufliegende Grind(let). Ob man sich dann im übertragenen Sinne eine Krone, (3. Nennung: Gekrönter - ein gekröntes Haupt) vorstellt, oder ob der Name im Zusammenhang mit Sagezähnen zu sehen ist, (die Krone an den Zähnen der Säge neu ausstemmen) - der kronenartige Gipfelaufbau war ohne Zweifel Pate bei der Namensgebung Krönten.


Erstbesteigung des Krönten am 4. August 1868


Noch fehlte im Erstfeldertal eine SAC Hütte und so nächtigte der anglikanische Reverent John Sowerby und seine Führer Josef Maria Tresch und Ambros Zgraggen vor der Erstbesteigung des Krönten, am 3. Aug. 1868, auf der “Eyenalp “ am Fusse des Paukenstockes. Sowerby hatte mit dem Einschlafen keine Mühe, zusammen mit den beiden Führern hatte er am Morgen des gleichen Tages schon den Düssistock bestiegen. Anderntags wateten sie bei der Ebene des Obersees durch kaltes, knietiefes Wasser und amüsierten sich beim späteren Aufstieg über die Streiche einer jungen Gemse. Ich dachte, so schreibt Sowerby, sie sei böse, weil sie ca. 20 yards hinauf und dann in zwei drei verrückten Sprüngen wieder hinunter sprang. Ich hatte weder vor noch nache in solches Gemsenspiel beobachten können.

Auf dem Gletscher stiessen sie, immer links haltend, auf den leichten Westgrat des Krönten, noch etwa eine Viertelmeile vom Gipfel entfernt. Um 10 Uhr vormittags standen sie bei 10208 Fuss Höhe auf dem Gipfel des Krönten. Und seltsam, schreibt Sowerby, der Gipfel befindet sich nicht auf dem eigentlichen Grate selber, sondern überragt diesen um nicht einmal 20 Fuss. Er besteht aus zwei kleinen abgeflachten Spitdie eine etwa 6 die andere etwa 10 Fuss hoch. Zwiden Gipfeln befindet sich eine Spalte von unähr 4 Fuss. Der breitere hat eine Oberfläche von 12 auf 8 Fuss, der andere ist etwas kleiner. Leider verdarb ihnen der Nebel die Aussicht und nur einige Wolken boten schöne Bilder so dass sie, nachdem Ihnen der Weg nach Intschi zu steil schien, auf dem gleichen Weg wieder nach Erstfeld stiegen. Dort trafen sie um 6 Uhr im Restaurant „Klus" ein, wo der Engländer Sowerby seine Führer entlöhnte und sich verabschiedete. Anderntags verliess der Reverent Sowerby per Schiff den Bergkanton Uri.


(Gekürzt nach Alpine Journal, Band IV/ Sepp Huber)


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