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KULTUR > Erstfeldertal
Jakobiger
2505.2 m; Grenzgipfel zwischen Gurtnellen und Erstfeld
Name:
"Jakob" ist auch Patron der Sennen
Leidseepass 2339 m.
Ohne Namen in der LK. Übergang vom Erstfelder- ins Leutschachtal, zwischen Ruchen und Jakobiger gelegen. Im Winter ungeeignet. Liegt an der alpinen Wanderroute: Leutschachhütte- Leidseepass-Kröntenhütte.
Bilder
Auf seinem weithin sichtbaren Doppelgipfel östlich vom Leidesspass zwischen dem Erstfeldertal und dem Leutschachtal wurde am Samstag, 26. August 2006 auf Initiative von Alois und Hans Zurfluh ein neues Holzkreuz eingeweiht. Die Einsegnung nahm der der Vikar von Amsteg, Urs Ziehlmann vor.
Leidsee
Kleiner, sehr hochgelegener See inmitten einer Geröll- und Felswüste.
1834: „Aus der Alp Leitschach führt ein Fussweg über die steile Bergwand hinan, weit über die Firnregion zwischen wilden Gebirgen, dem Ruchen, Gwasmet und Bocktschingel, am düsteren, in tiefen in Felsbecken liegenden Leidensee vorbei nach der Alp Pauken im Erstfeldertal hinüber”. Karl Franz Lusser, der Kanton Uri
Sage vom Leidsee
Furt ist heute ein Ausstafel der Leutschachalp ob Amsteg, nach der Sage aber bildete es vor alten Zeiten eine Alp und konnte zwei Sennten erhalten. Eines Abends flog ein weisser Vogel über die Alp und schrie: “Furt, Furt”! Die Alp-schweine stellten die Ohren, horchten auf und in rasenden Galopp stürmten sie davon talauswärts. Nicht so die Menschen mit dem übrigen Vieh; sie blieben. Am zweiten Abend erscholl der gleiche Ruf. Der Senn des einen Sennten meinte, man solle doch die Warnung beachten und die Alp verlassen. Er wurde jedoch nur ausgelacht. Der dritte Abend, es war der Abend vor St. Jakobstag, brachte schwarze Wolken mit die sich drohend über der Alp lagerund wieder erschien der weisse, geflügelte Bote über der Alp und schrie mit schauerlicher Stimme: “ Furt, Furt”! Der eine Senn liess sein Sennten zusammentreiben und verliess mit ihm und seinen Knechten die unheimliche Alp. Ein schreckGewitter brach los. Als sie auf Heitersbüel noch einmal zurückblickten, berstete gerade die Felswand ob der Alp und stürzte samt dem dahinliegenden Jakobsee krachend zur Tiefe und begrub die Trift mit Menschen und Vieh unter hausTrümmern. Seit jener Zeit heisst die Gegend Furt und ist nicht mehr nutzbar, den Stafel mussten sie auf eine andere Talseite verlegen.
Sturz des Mändliser
Der Mandliserberg in Uri bildet mit einem seiner Grate, dem Jakober, die südliche Begrenzung des Leutschachtales, dessen Hintergrund, früher eine schöne Alptrift, jetzt mit ungeheuren Granitblöcken bedeckt ist. Vor vielen Jahrhunderten stürzte ein Teil des Mandlisers ein. Davon erzählen die Hirten folgende Sage: Vor Zeiten weideten mehrere Hirten in diesem Talboden eine große Herde. Eines Abends wurden sie in nicht geringen Schrecken versetzt, als aus der Felswand gerade über ihnen ein Getöse und ein dreimaliger Ruf "Fort!" sich vernehmen ließ. Eilig traten sie zusammen und beratschlagten, ob sie der Stimme folgen und den Ort verlassen sollten. Die Mehrzahl war der Meinung, daß man auf das Geschrei des Ungeheuers nicht achten solle. Sie blieben auch dann noch fest auf ihrem Beschlüsse, als am dritten Tag der Berg noch heftiger dröhnte und als furchtbar die Worte erschollen: "Hinnech chumeni da!" (Heute Nacht komme ich dann!) Kaum war aber die Nacht eingebrochen, so stürzte der Berg zusammen und Hirt und Herde wurden unter den Trümmern begraben. Zur Erinnerung an die schreckliche Begebenheit heißt jetzt noch der verschüttete Ort vom Warnungsrufe "Fort!" Z'Furt.
Quelle: Theodor Vernaleken, Alpensagen - Volksüberlieferungen aus der Schweiz, aus Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Salzburg, Ober- und Niederösterreich, Wien 1858
Das Mendrisch
Im Leutschachtle ob Arni in Gurtnellen lag einst auf einer hohen Felswand ein stiller, tiefer See. Der Jakobsee. Unter dieser Wand zog sich ein Alpstafel hin, auf dem ein Alpgeist, das „Mendrisch“ hauste. Eines Tages hörten ihn die Sennen mit fürchterlicher Stimme von der Felswand herab rufen: Furt, furt!“ Als der Ruf sich wiederholte, folgten einige Älpler der Warnung, andere blieben an der Stelle. Über Nacht brach plötzlich die Felswand ein und begrub den ganzen Stafel, Menschen und Vieh unter ihren Trümmern und dem Wasser des Sees. Deshalb heisst der Ort heute noch „Furt“. Gisler, Sagen 1920