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Ereignisse

KULTUR > Erstfeldertal

1773
Verunglückte in den Sonnigstöcken der Jäger Ambros Gamma.


1879

Am 15. März wird über den im Altbach tot aufgefundenen Lorenz Huber die Akte geschlossen.


2. April 1887

Der 22-jährige Valentin Bächler aus Buttisholz war im Begriffe, von der Anhöhe Flüe heimzukehren, als er auf dem Felsrücken am Rande des Altbachtobels ausglitt und in den schauerlichen Abgrund stürzte. Erst am Sonntag gelang seine Bergung.




Blitzschlag auf Ämmeten


Am Nachmittag des 1. August 1887 entlud sich über das Erstfeldertal ein schweres Gewitter, von dem der Chronist schrieb, dass sich damals kein lebender Bürger an ein solches Unwetter zu erinnern vermochte. Das Erstfeldertal wurde vom Hagel stark heimgesucht. Auf dem Ämmetenberg tötete der Blitz zwei Personen. Dort durchzuckte ein Doppelstrahl die Fensterscheibe eines Hauses im ersten und zweiten Stock. Getötet wurde im Obergeschoss eine 26-jährige Frau und Mutter, im ersten Stock traf der Blitz eine 24-jährige, ledige Frau. Beide sind im Gesicht und auf der Brust arg verwundet.
Der Gatte der getöteten Frau, der sich ebenfalls in der Stube aufhielt, wurde an einem Bein getroffen, sein Kind, das er bewachte, blieb unversehrt. Seit Jahrhunderten beklagte die Gemeinde Erstfeld die ersten Todesopfer durch Blitzschlag.
UW



Lawinenunglücke im Erstfeldertal


9. Februar 1888

Am 9. dieses Monats wollten die Brüder Johann und Josef Furger in einem der hintersten Bergheimwesen des Erstfeldertales aus einer nahegelegenen Scheune Futter herüberholen, als sie unterwegs von einer gewaltigen Lawine verschüttet wurden. Herbeigeeilte Talbewohner fingen sogleich mit der Suche an.
Da die Unglücksstätte nicht genau ermittelt werden konnte und weitere Nachstürze zu befürchten waren, hörte man mit den Sucharbeiten auf. Etwa anderthalb Stunden später bei einem zweiten Rettungsversuch, erblickten die Retter plötzlich eine Hand, welche aus dem Schnee hervorragte. Mit vereinter Kraft gelang es, einen der verschütteten Brüder, den 60-jährigen Josef, welcher mit seinem Taschenmesser eine ca. anderthalb Meter dicke Schneekruste durchstochen hatte, zu bergen. Um um 3 Uhr, also 24 Stunden nach dem Unglück wurde auch der ältere Bruder Johannes Furger, leider tot geborgen. Angesichts der drohenden Gefahren verliessen sämmtliche Talbauern mit riesigen Anstrengungen mit ihrer Viehhabe den bisherigen Aufenthaltsort um draussen zu beiden Ufern der Reuss sicheres Obdach zu beziehen. Wie mancher Tourist malt während der schönsten Jahreszeiten im Geiste sich glänzende Bilder von unserer hochromantischen Gebirgsnatur, und speziell von unserem behaglichen Leben im verkennt dabei die vielen bitteren und grenzenlosen Strapazen und Entbehrungen, denen die Leute ausgesetzt sind.


1889

Im März dieses Jahres hat eine gewaltige Staublawine nebst vielen jungen Waldpflanzen einen grossen, schönen Stall in den Bodenbergen total zerstört. Mehrere andere Gebäude in der Umgebung sind zum Teil erheblich beschädigt und zerstört.

1890

Am Dreikönigstag, am 6. Januar 1890 wollte Jüngling Johann Furger von Emmeten nach dem etwa einer Stunde höher gelegenen Bogli sich begeben, als er unterwegs von einer Staublawine begraben wurde. Dies geschah ca. 11 Uhr vormittags. Abends 6 Uhr wurde der Verunglückte aufgefunden und aus den Schneemassen herausgezogen. Trotzdem verschied er bald darauf in seinem elterlichen Hause. Er zählte erst 26 Jahre, ein kraftstrotzender Jüngling.

1901

Fand die englische Miss Jafford im Schlossbergletscher den Bergtod.




Lawinenunglück vom 31. Jan. 1907

Im heutigen Gebiet der Sonnigberge, unter dem Haltenwald wirtschaftete Josef Huber mit seiner Familie. Als arbeitsamer Bergbauer hatte er sich einen ordentlichen Viehstand herangezogen, dies war allerdings sein ganzes Vermögen, welches ihm am Januar mittags durch einen Lawinenniedergang schmerzlich vermindert wurde.

Eine Lawine donnerte über ihr Haus, in welchem sich die ganze Familie befand, ohne jedoch grösseren Schaden anzurichten. Der Stall neben den Haus hingegen lag giebelüber und auseinandergerissen da. Durch die riesigen Schneermassen hindurch gelang es, sieben Ziegen aus den Trümmern lebend zu befreien. Der Schneesturm tobte unvermindert weiter bis nach Mitternacht. Da machte sich der Sohn auf den Weg nach Erstfeld, um Hilfe zu holen
Um zwei Uhr morgens traf er im Dorfe ein und drei Stunden später war eine erste Rettungequippe auf dem Weg zur Unglücksstätte. In Sicherheitsabständen folgten weitere Helfer, total 36 Mann, grösstenteils Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Erstfeld.

Eingeklemmt und mit zerrissenen Ketten trafen sie nach Schwerarbeit in den Schneemassen 11 Stück Grossvieh. Drei Stück, darunter eine der schönsten Kühe, sechs Ziegen, zwei Schweine und einige Hühner konnten nur noch tot geborgen werden.

Der Rückzug zusammen mit der lebenden Habe und der Familie Huber durch das lawinengefärdete Erstfeldertal und die teils nieder- gegangenen Grosslawinen, erforderte Stunden schwerster Arbeit. Zurück blieb eine Stallruine verbunden mit grossem materiellen Verlust der Familie Huber


Lawinenunglück 1917

Schwere Lawinenunglücke forderten im Jahre 1917 im gesamten Alpenraum ausser-gewöhnlich viele Todesopfer. Nicht verschont wurde auch das Erstfeldertal. In den Bodenbergen war es Jüngling Alois Huber, Flüe, der zehn Stück Vieh besorgte. Anvertraut waren ihm zwei junge Knaben, Marcell Tschopp und seines Bruders Sohn, Michael.

In der Nacht vom Freitag auf den Samstag, vom 20. auf den 21. April
, war das Schneetreiben geradezu unheimlich. Gegen den Morgen wurde das Häuschen in den Bodenbergen von einer Lawine zugedeckt. Dichte Schneermassen umhüllten das Haus, die Lawine presste gegen die Wände, die Balken ächtzten. Ein glücklicher Zufall liess seitwärts des Hauses einen schmalen Raum zwischen dem eingedrückten Vordach und der Lawinenmassse frei. Durch diesen gelang es Alois Huber, sich durch den gepressten Schnee auf das Dach vorzuarbeiten. Durch diesen Kamin befreite er auch die beiden Knaben.

Der benachbarte Stall lag unter einer hohen Lawine begraben. Verhältnismässig früh morgens traf Hilfe vom Tal ein. In Sorge um die Bewohner des hinteren Erstfeldertales bahnten sich 15 beherzte Männer den Weg unter äusserster Lawinengefahr und Strapazen gegen die Bodenberge. Kaum war der Hilfstrupp an der Arbeit, als von der Sonnenseite eine gewaltige Staublawine niederging. Schwere Tannen und Buchen mit sich führend, teils durch den Druck weit durch die Luft schleudernd, drohten die Naturgewalten mit Tod und Verderben.

Mit knapper Not entrannen die Rettungsleute dem sicheren Untergang. In den Sonnigbergen, wo vorher zwei Häuser und Ställe standen, lagen kreuz und quer durchsetzt mit hohen Schneernassen Zeugen eines vernichteten Waldes. Und die dortigen Bewohner?


Der Bergbauer Josef Huber, mit seiner Familie war durch den erwähnten Lawinenniedergang mit Sicherheit in grösster Gefahr. Doch der Rettungsmannschaft boten die Naturgewalten Einhalt, zu gefährlich wurde inzwischen die Lawinengefahr. Mit dem Hirten Alois Huber und den Knaben musste unverzüglich durch das lawinenverschüttete Erstfeldertal abgezogen werden.

Der Ge
meinderat sah sich nach dem Rückzug veranlasst, vorläufig weitere Rettungsversuche zu untersagen. Als am Sonntagnachmittag das Wetter aufhellte, organisierte der Gemeindepräsident zusammen mit einer aufgebotenen Rettungskolonne einen erneuten Versuch; doch auch diesmal durch die tobenden Naturgewalten erfolglos. Erst am Montag früh gelang der Vorstoss gegen das hintere Erstfeldertal.


Die Hilfe galt vorab der Familie des Josef Huber.

Ihr Häuschen in den Sonnigbergen lag jedoch zusammengedrückt. Unter tiefem Schnee bargen die Retter den jährigen15-jährigen Sohn und die 20-jährige Tochter verletzt aber noch lebend. In der Küche neben der bergseitigen Schirmmauer konnte der 60-jährige Vater Huber und seine beiden 11- und 18-jährigen Söhne nur noch tot geborgen werden.


Unter grosser Anteilnahme wurden die drei Familienmitglieder in einem gemeinsamen Grab am Dienstag der geweihten Erde übergeben.
40 Mann der Rettungstruppe versuchten nun die Bergung der Viehhabe. Bei Alois Huber in den Bodenbergen wurde in einer Tiefe von sieben Metern sieben tödlich verletzte Kühe angetroffen. Drei Sck Vieh blieben unversehrt. Bei den tödlich verletzten Huber in den Sonnigbergen wurden alle sechs Stück Vieh und die gesammte Viehabe tot ans Tageslicht gebracht.

I
nsgesamt wurden im hinteren Talgebiet sechs Häuser und sechs Ställe total zerstört. Darunter Gebäude, deren Standort als bisher durchaus lawinensicher galt. Verschiedene Besitzer gaben hernach ihre verwüsteten Berge auf, versicherungslos waren die materiellen Schäden zu gross.



Bild unten: Mettlen, Sicht auf die Bodenberge

Am 27. Sept. 1917 ereignete sich am Chli Spannort ein schwerer Bergunfall. Der bekannte Zürcher Alpinist, Karl Seelig stürzte zusammen mit Walter Hurter, Zürich, und Fräulein Cabanis aus Berlin in eine tiefe Randspalte. Die Bergung aus der tiefen Kluft gelang erst einige Tage später. Der Abtransport der drei Leichen forderte den Grosseinsatz aller Rettungsleute.

1926
Verliert Josef Furger zwischen Ämmeten und Wilerli sein Leben.



1940
Die Einweihung der vergrösserten Kröntenhütte wurde von einem tragischen Unfalltod überschattet. Drei Mitglieder der Sektion Gotthard, Eugen Hedinger, Heinrich Spoerrer und Dr. Burckhard mit seinem kleinen Töchterchen wollten am Tag der Einweihung von der Leutschachhütte über das Steinchälenfurggi zur Kröntenhütte gelangen. Dabei verfehlten sie die Abstiegsroute. Dr. Burckhard stieg mit seinem Töchterchen zurück, während die beiden anderen den falschen Abstieg fortsetzten. Dabei rutschte Eugen Hediger auf einem Schneefeld aus und fand dabei den Bergtod. Die Notsignale wurden von der Kröntenhütte her beobachtet, der Verunglückte lag an einer schwer zugänglichen Stelle in der Nordwand des Krönten. Die Leiche des Verunfallten konnte erst am Montag geborgen werden.



1942 ging die "Mattlaui" im Erstfeldertal nieder. Sie war als Schneebrett unter den Sonnigstöcken auf der Höhe von ca. 1650 m abgebrochen. Es wurden zwei Häuser stark beschädigt und drei Ställe zerstört.


Am 31. Dez. 1948 verunglückte der Besitzer der Oberberge, Josef Arnold- Welti beim Durchqueren des
"Siwtals" durch ein Schneebrett tödlich. In der Kapelle „Echo vom Gotthard“ zog Arnold, nach seinem Bürgler Geburtsort "Madenmattner" genannt, unter dem legendären Kapellmeister Kasi Geisser Bassgeige (Arnold hatte auch den Zunahmen "dr' Schnütz".)

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