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Epp Schweizer Bergführer

KULTUR > Erstfeldertal

Schweizer Bergführer erzählen
Orell Füssli Verlag / 7. Auflage 1969
Emil Epp
41 Meter tief in der Gletscherspalte

Emil war drunten in der Nähe des Fulensees am Heuen, als von der Hütte her laute Hilferufe auf einen Unfall hinwiesen. In grosser Eile stieg er zur Hütte zurück, wo ihm ein erregter Basler Tourist schilderte, wie sein Bergkollege mit samt dem Seil lautlos in einer Gletscherspalte des Glatt Firn verschwunden sei.

So schnell wie möglich richtete Emil das notwendige Rettungsmaterial, und stieg damit hinauf zur Unfallstelle. Dabei traf er auf eine Touristenpartie, mit den Engelberger Bergführern Kuster und Sohn. Zusammen erreichten sie auf dem Gletscher des Glatten Firns den gekennzeichneten Ort des Absturzes. Dort lag der zweite Rucksack des Unfallmelders vor einem mitten im Gletscher gähnenden Loch.

Nun sicherten die Engelberger Führer den Hüttenwart Epp mit einem 40 Meter langen Seil in die Tiefe der Gletscherspalte, doch Emil kam ohne Verletzten wieder nach oben.

Das 40 Meter Seil reichte nicht bis zum Verunfallten hinunter. Mit einer Seilverlängerung gelang es schliesslich, den abgestürzten Alpinisten, der auf einer Schneeücke lag, mit der Unterstützung von oben aus 41 Metern Tiefe zu bergen.

Nur dank der raschen und professionellen Hilfe überlebte der Mann, denn die Gletscherspalte zeigte sich unter dem Geborgenen immer noch als endloser Abgrund. Mit jenem Touristen hat Emil später noch manTour unternommen. Er wurde eine Freundschaft fürs Leben.
(Gekürzte Fassung; Sepp Huber)


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